Fantastisches mit einem Hauch Mittelalter

14.07.2016

Aus der EDITION 17: Corvus Corax

Corvus Corax schreiten erhobenen Hauptes auf ihr 30-jähriges Jubiläum zu. Seit 1989 machten die Könige der Spielleute die Mittelaltermärkte und Burgfeste unsicher, heute lassen sie es auch auf riesigen Festivals wie dem Wacken Open Air richtig krachen. Müde oder gar alt fühlen sich die Speluden kein bisschen, vielmehr sind sie auch heute noch immer für eine Überraschung gut.

 

Als die Mittelalterszene noch in ihren Kinderschuhen steckte und laufen lernte, ohne dabei zu wissen, wohin, tingelten die jungen DDR-Ausreißer Castus Rabensang und Venustus Oleriasticus, besser bekannt als Wim, bereits mit ihren Instrumenten durch die Weltgeschichte, spielten auf Zink, Schalmei, Dudelsack und anderen für damals sehr ungewöhnlichen Tonwerkzeugen.

Ihre zahlreichen Silberlinge folgten dem Konzept des Spielmanntums, vermengten die unterschiedlichsten Kulturkreise und Epochen. 2005 wagten sie erstmals einen Exkurs in eher klassische Gefilde mit der frischen Vertonung der Carmina Burana, jener Anthologie von 254 mittellateinischen, seltenen mittelhochdeutschen, altfranzösischen oder provenzalischen Lied- und Dramentexten des Klosters Benediktbeuern. Die sagenhafte Konzerte der "Cantus Buranus", an der Seite von Chören und Sinfonieorchester, wurden dermaßen gut aufgenommen, dass  drei Jahre später eine Fortsetzung folgte.

 

Corvus Corax, Foto von Alain HeymansAls wäre das nicht aufregend genug, arbeiteten Corvus Corax nach ihrem Ausflug mit "Sverker" in den hohen Norden beispielsweise am Soundtrack des Historien-TV-Spektakels "Die Rache der Wanderhure" mit. Stillstand kennen die Vaganten nicht, und so wagen sie im Herbst dieses Jahres etwas völlig Neues: ein mittelalterliches Fantasy-Musical. "Die Idee kam uns, als wir das Buch 'Die Zwerge' von Markus Heitz zusammen mit dem Schauspieler Johannes Steck auf die Bühne brachten", erklärt Castus das Vorhaben. "Wir wollten Ähnliches machen, aber die Musik komplett neu komponieren. Als wir dann bei der Ideenfindung zusammensaßen, fiel uns ein, wie wir die Stilrichtung nennen werden: Fantastical! Ein fantastisches Musical. Markus Heitz schrieb die Geschichte und die Liedtexte, die wir dann mit unserer Musik versahen. Die Musik komponierten wir zusammen mit unserem Freund Marcus Gorstein."

 

 

Mehr könnt ihr in unserer aktuellen Mittelaltersommer-EDITION 17 (auf Seite 48) lesen.

 

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