Loki - auf den Spuren eines Gottes

25.06.2013

Der Beweger der Geschichten

Spätestens seit den Kinofilmen „Thor“ und „Avengers“ ist der nordische Gott Loki für viele auch in unserer Zeit ein Begriff. Spielt er dort doch den bösen Halbbruder von Thor, der diesem nicht nur das Anrecht auf den Götterthron streitig machen will, sondern auch nicht davor zurückschreckt, die Menschenwelt in Blut und Chaos zu tauchen. Aber ist Loki von Anfang an, schon in den Texten der Edda, einfach nur ein gewissenloser und machtgeiler Intrigant?

 

In ihrem sehr umfangreichen Buch zeichnet Yvonne S. Bonnetain ein differenzierteres Bild des Gottes. Zwar gilt Loki in der Edda schon als Trickser und Betrüger, andererseits steht er den Göttern lange Zeit eben nicht komplett feindselig gegenüber. Wie sich das Bild des Gottes im Laufe der Jahrhunderte verändert hat, wo die Grundlagen für die verschiedenen Interpretationen zu finden sind und welcher Zeitgeist dabei seine Hand im Spiel hatte , wird seitens der Autorin umfassend aufgezeigt. Genau das Adjektiv „umfassend“ stellt bei der Geschichte Lokis aber auch ein Lesehemmnis dar. Zwar wird der Forschungsstand zu verschiedenen Themen ausführlich dargelegt, gleichzeitig wird das Buch so aber auch stellenweise etwas langatmig und trocken.

 

Wer sich nur einmal gerne über Loki als Gott informieren möchte, ist hier eher fehl am Platze. Leser mit einer guten Grundkenntnis der nordischen Götterwelt und verschiedener Forschungsdisziplinen, die sich weiterbilden möchten, dürften hier aber noch einige unbekannte Fakten entdecken.

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