Neue Romane aus dem DSA-Universum

15.01.2015

Der Ring des Namenlosen

 

Alle, die glauben, die Macht des Namenlosen sei für alle Zeit gebrochen, täuschen sich. Nun, der Glaube ist nahezu überall in Aventurien verboten, wichtige Tempel gibt es auch nicht und als Opfergabe dienen neben Tier- und Menschenopfern vor allem eigene Gliedmaßen. Doch wer meint, das würde alle vernunftbegabten Menschen abschrecken, liegt falsch. Denn die Macht, welche der Güldene verspricht, ist grenzenlos. Von den Machenschaften der Diener des Namenlosen erzählt das Buch „Der Ring des Namenlosen“.

 

Es ist noch gar nicht allzu lange her, als der Adlige Darian, der Maraskaner Tarperian und die Draconiterin Sela zusammen mit dem alten Magister Crano das Zepter des Horas fanden und zerstörten. Zwischen den Splittern des Zepters befand sich ein Ring. Zepter und Ring sollten von Crano untersucht werden. Nun ist der alte Gelehrte verschwunden und alles deutet darauf hin, dass er von Anfang an nur auf den Ring aus war. Anscheinend ein mächtiges Artefakt des Namenlosen. Er hatte die drei Gefährten Darian, Tarperian und Sela hinters Licht geführt und verraten. Im Namen des Adlerordens, des Geheimdienstes des Horasreichs, begeben sie sich auf die Spur Cranos.

Währenddessen geschehen brutale Morde in verschiedenen Städten des Reichs. Der letzte auf der Zyklopeninsel Hylailos im Hause des Emphoren Amaranthis. Auch hier wird der Adlerorden aktiv und entsendet den Esquirio Gion sowie den Anatom Dromonto. Während Gion sich auch um die attraktiven Frauen des Hauses kümmert und diese ausführlich befragt, entdeckt Dromonto einige Absonderlichkeiten bei der Leiche. Alles deutet darauf hin, dass die Tat von einem Diener des Dreizehnten begangen wurde.

 

Dass Henning Mützlitz sein Handwerk versteht, hat er ja schon in den Romanen „Hundwache“ und „Das Zepter des Horas“ bewiesen. Und auch bei „Der Ring des Namenlosen“ ist es ihm gelungen, allen Protagonisten einen ganz eigenen und besonderen Charakter zu verleihen. Die spannenden persönlichen Geschichten Tarperians, der eben nicht immer Tarperian war, Darians, der eigentlich schon mit dem Adlerorden abgeschlossen hatte, und Selas, die nicht weiß, wie ihre Zukunft aussehen soll, lässt die Geschichte zu einem absoluten Lesevergnügen werden.

 

Henning Mützlitz

Der Ring des Namenlosen

Ulisses Spiele, 340 Seiten, 11,95 Euro

ISBN 978-3-86889-299-4

 

 

Kors Kodex

 

Das Geweihtentum in Aventurien ist vielfältig. Die Zwölfe sind mächtig und herrschen über den halben Kontinent. Geschichten über die Diener von Praios, Phex oder Boron gibt es zu Hauf und auch von deren Heiligen. Doch von Kor, dem blutigen Halbgott, gibt es nur einen Heiligen. Ghorio! „Kors Kodex“ ist die Geschichte von diesem Mann.

 

Im Jahr 291 BF ist in Khunchom der Glaube an die Zwölfe stark. Halbgötter werden kaum verehrt und sie sind so gut wie nicht bekannt. Auch Ghorio, ein Geweihter der ehrenhaften Kriegsgöttin Rondra, kennt nur die Bewohner Alverans. Er zog zusammen mit seinem Freund, dem Geweihten Surkan, und zwei Knappen aus, um einer Räuberbande das Handwerk zu legen. Als sie in einem Innenhof auf die plündernden Gaunern stießen, stürmten sie auf ihre Gegner zu. Doch was mit dem Ruf „Für Rondra“ begann, endete in einem Fiasko: Die beiden Knappen fanden ihren Tod im Kampf. Alle Regeln des ehrenhaften Kampfes außer Acht lassend, kämpfte sich Ghorio in kalter Wut durch die Reihen der Feinde. Es war, als hätte er die Kontrolle über sich selbst verloren.

Kurz darauf wurde er zusammen mit Surkan, der ihn vor Roshman, dem Vorsteher des Rondratempels, des unehrenhaften Kampfes beschuldigte, ins ferne Festum verbannt. Er sollte im dort ansässigen Rondraorden dienen und Buße tun.

Doch die Sache sollte anders verlaufen, als Ghorio es sich gedacht hatte und aus Freunden wurden Feinde.

 

In „Kors Kodex“ geht es um Kor, den Halbgott, der lachend über die Schlachtfelder schreitet, der das Blut liebt und den die Söldner lieben. Deswegen hätte ich mir etwas mehr Blut gewünscht. Ghorio allein gegen ein ganzes Dutzend. Er selbst aus unzähligen Wunden blutend. Sein Blick ist von roten Schleiern durchzogen und um ihn fallen die Feinde schreiend und blutüberströmt zu Boden. Das kommt leider etwas zu kurz. Dafür ist seine Reise durch das Bornland und später durch Aventurien von einer Walstatt des schwarzen Panthers zur nächsten spannend erzählt. Außerdem sind die Zitate zu Beginn jedes Kapitels recht unterhaltsam. Eine schöne Sammlung für all jene, die im „echten Aventurien“ als Söldner durch die Lande ziehen.

 

Christian Lange

Kors Kodex

Ulisses Spiele, 334 Seiten, 11,95 Euro

ISBN 978-3-86889-300-7

 

 

www.ulisses-spiele.de

 

 

 

Zurück