Sagen aus Leipzig

11.12.2013

Eintauchen in vergangene Zeiten

Sagenbücher, alte wie neue, erfreuen sich seit langer Zeit großer Beliebtheit. Ein brandneues Exemplar dieser Gattung erschien jüngst im Leipziger bookra-Verlag und versammelt alte Überlieferungen rund um die Stadt. Janina Raeder hat einen Blick ins Buch geworfen:

 

Sie erzählen von Hexen, Nixen, Mönchen, Grafen, Schätzen und dem Teufel: In den „Leipziger Sagen“ trifft Geschichtliches auf Phantastisches. Gesammelt und neu zusammengestellt wurden diese Geschichten nun von Timo Wildt. Es sind 84 an der Zahl, die sich mit der Stadt Leipzig beschäftigen.

 

Der Herausgeber hat sich die Mühe gemacht, aus bereits erschienen überregionalen Sagenbänden des 19. und 20. Jahrhunderts (wie aus Grimms „Deutsche Sagen“ oder aus dem „Deutschen Sagenbuch“ von Ludwig Bechtstein) die schönsten Leipziger Legenden herauszusuchen und zusammenzutragen. Die Texte wurden in ihrer ursprünglichen Form belassen, also nicht in moderne Sprache umgeschrieben. „Die Leipziger Sagen“ nehmen ihre Leser darum inhaltlich und klanglich mit in eine andere Zeit, in der der Glaube an Übersinnliches noch eine große Rolle spielte.

 

Aber nicht nur Märchen finden ihren Platz in der Legenden-Sammlung, sondern auch Berichte, mit deren Hilfe sich einige heutige Straßen- oder Brückennamen erklären lassen. Um die altertümlichen Texte aufzulockern, finden sich auch vierzehn Illustrationen von Carl Benjamin aus dem 19. Jahrhundert zwischen den Sagen. Es hätten aber gerne noch mehr sein dürfen, die nicht nur zur Stadt, sondern auch zu den Geschichten einen Bezug haben. Zu den Erzählungen „Vom Ursprung von Leipzig und seinen Linden“, „Ein Hexenprozess vor dem Leipziger Schöppenstuhl“ und „Der Wassermann zu Leipzig“, die nur einige Beispiele der Sagen-Vielfalt Leipzigs darstellen, hätten sich sicherlich passende Bilder gefunden.

 

Besonders schön ist dafür aber das Cover, das von Daniela Seitzer erstellt wurde. Sie hat in das Gemälde "Leipzig, von Lindenau aus gesehen" von Johann Alexander Thiele aus dem Jahr 1730 einen Drachen und einen Kobold gezaubert. Dadurch haftet der Szenerie nun eine märchenhafte Atmosphäre an.

 

„Die Leipziger Sagen“ bieten eine bunte Mischung an Geschichten. Freunde alter Literatur, Legenden und der Stadt Leipzig werden an diesem Buch ihre Freude haben. Denn es ist ein Werk, das man auch zwischendurch mal in die Hand nehmen kann, um darin zu blättern und in den kurzen Erzählungen zu versinken.

 

Die Leipziger Sagen

bookra Verlag 2013, 151 Seiten, 9,90 €

ISBN 978-3-943150-09-4

 

Mehr Informationen zum Buch und eine Bestellmöglichkeit gibt es auch auf der Homepage des Verlags:

http://www.bookra-verlag.de/b8.html

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